hungry blog – Leben, Alltag und Essstörung aus dem Blickwinkel einer Betroffenen

Voller Magen, leerer Kopf

Februar 8, 2010 · 3 Kommentare

Wenn man am Boden liegt, denkt man immer, man könnte nicht tiefer fallen. Bis man feststellt, dass auch der Boden einbrechen kann. Und nach dem Boden kommt nur noch die Contenance. Auf dem Weg nach Hause die Einkäufe aufzuessen. Auf dem Rücken zu liegen und sich zu wünschen, man könnte einfach … kotzen. So heißt das. Ich finde, übergeben klingt viel zu nett. So, als würde man dem Klo ein Geschenk reichen.

Wie auch immer. Ich sitze hier wie in einer Zeitblase und denke nach. Wie aufhören? Wie wieder zurückfinden? Immer, wenn es anfängt, eine Fressphase zu werden, kommt doch auch das Bewusstsein dafür auf. Keine 17 mehr. Man gesteht es sich ja doch ein. Man weiß es und macht trotzdem weiter. Ist das nicht das absolut Übelste daran? Nicht blind zu sein und trotzdem nicht hinaus zu finden.

Morgen ist ein neuer Tag, nicht? Ich war so weit weg davon, mir das wieder sagen zu müssen. Aber irgendwo will ich wenigstens ehrlich sein. Es ist, wie es ist, fett, sinnlos und unangenehm. Selbsterkenntnis – whoa! Der erste Schritt. Wir werden sehen, wie weit ich morgen bin. Mein Kühlschrank ist leer. Mein Kopf auch. Nur der Magen nicht.

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Geistiges Eigentum

Februar 6, 2010 · 3 Kommentare

Copy and Paste

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Allegria bedanken, die mir vor kurzem den o.a. Link zu einer Seite geschickt hat, auf der sich unerwarteterweise einige meiner persönlichen Gedanken wiederfinden, die ich hier auf meinem Blog gepostet hatte.

Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen seltsam, dass jemand auf die Idee gekommen ist, meine durchaus detailhaltigen Gedanken und Erinnerungen zu kopieren und mehr oder weniger offensichtlich als seine eigenen auszugeben. An dieser Stelle möchte ich einmal sagen, dass ich wirklich nichts dagegen habe, zitiert zu werden oder auch verlinkt. Aber doch bitte mit einem Copyrighthinweis. Das ist nichts, was weh tut und funktioniert so:

“Text der zitierten Seite (und zwar auszugsweise und nicht komplett)”
Copyrighthinweis: (c) me.ipsum http://hungrigesleben.wordpress.com

Danke an alle, die ehrlich sind.

Alle Texte auf diesem Blog sind persönliche Gedanken und Erinnerungen, die nicht selten mit schmerzhaften oder traurigen Erlebnissen und Gefühlen verbunden sind. Ich finde es vollkommen unverständlich, wie man das kopieren kann. Gefühle sind nicht reproduzierbar, sie sind absolut persönlich. Selbst wenn man sie kopiert, sie gehören immer demjenigen, der sie empfunden hat.

Meine Gefühle und Gedanken sind wie die aller Menschen individuell, niemand kann mir das wegnehmen, wenn ich es einmal gedacht und gefühlt habe. Ich finde, man sollte schon so viel gegenseitigen Respekt aufbringen können, dass man es nicht nötig zu haben glaubt, die Gefühle Anderer zu kopieren.

Danke für euer Verständnis.


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Hungern um jeden Preis?

Februar 6, 2010 · 1 Kommentar

Ich glaube, das geht auch nur mit 17. Lange her. Nun wehrt sich der Stoffwechsel mehr dennje. Man nimmt eine Woche ab. Schnell, gut. Man freut sich. Und dann – nichts mehr. Dann kommen die Tage, in denen man durchhalten muss. Sie entscheiden darüber, wie es weiter geht. Ob man weiter abnimmt oder wieder zu. Wenn man es nicht aushält, diese Stagnation, dann wird man etwas essen. Und zunehmen. Sich dafür hassen. Jeden Morgen wird man aufstehen und versuchen, es wieder hinzukriegen, die Zunahme auszugleichen. Morgens ist da noch die Hoffnung. Es könnte ein guter Tag werden, könnte klappen. Wenn man es nur schafft, nicht zu frühstücken. Vielleicht erst gegen 14 Uhr etwas zu essen. Vielleicht sogar den ganzen Tag nichts… Vielleicht wäre man dann am nächsten Morgen so viel leichter! Vielleicht, vielleicht, vielleicht… Man ist also wach. Die ersten Stunden vergehen so langsam. Man trinkt Kaffee, ohne Milch. Nein doch. Aber wenigstens ohne Zucker. Ja. Das geht. Jetzt hat man den Kaffee getrunken. Mit der Milch. 50 kcal. Wenn es nur so wenig bleiben würden. Aber das tun sie nie. Ein paar Stunden, ein paar Kaffee. Wenigstens nur Flüssiges, heute keine feste Nahrung! Oder doch. Nur wenig. Nur ein Knäckebrot. Mit Joghurtmargarine, 260 kcal pro 100g. Wenig genug? Eventuell. Nein! Doch zu viel! Jetzt hat man sie schon gegessen. Zusammen mit all den Kaffees. Viel zu viel.

Dann geht es immer so weiter. Gegen den eigenen Willen isst und trinkt man all diese Dinge. Und obwohl man sie nicht mag, will man sie doch haben. Die Möglichkeit der Restriktion zurückzugewinnen, kommt der Anstrengung gleich, die man aufwenden müsste, um sich selbst aus einer Grube zu ziehen. Man bleibt lieber im Dreck liegen, als sich zu bewegen, so voll ist der Bauch. Schamgefühl ohne Erröten, der Ekel ist zur Gewohnheit geworden.

Früher hätte ich mich jetzt vielleicht übergeben. Ich habe das eine Zeit lang fertiggebracht, aber jetzt geht es nicht mehr und das ist auch gut so. Das Gefühl war ungemein befriedigend. All das in Gedanken schon fäkalisierte Essen, die Kotze, die man in sich selbst produziert hat, wieder los zu werden… toll! Aber es ist zu anstrengend. Arrhythmien, Gesichtsödem und Nasenbluten schrien Nein.

Aber wie soll es weiter gehen, wenn man keinen einfachen Ausweg hat? Zurück in die Restriktion, wäre die perfektionistische Antwort. Disziplin. Selbstkaseiung. Man muss nur wollen. Aber der Wille ist etwas verdammt Schwaches, wenn das Ziel so weit entfernt ist. Ich fühle mich müde und sehr hässlich. Ich weiß, dass es mir sofort besser gehen wird, wenn ich ein paar Tage nichts gegessen habe. Aber es ist gerade nicht machbar. Prüfungen, Ängste, Essdruck von allen Seiten. Versuchen werde ich es trotzdem. Ich bin so viel unterwegs, wo ich kann. Ich hasse es, schwach zu sein. Aber für dieses mentale-Stärke-Ding braucht man auch irgendwie verdammt viel Kraft…

Wie habe ich das früher nur gemacht?

Weniger verbissen? Weniger zwanghaft? Einfach so?

Als ich zum 1. Mal absichtlich abgenommen habe, habe ich mir 500 kcal als Grenze gesetzt, obgleich ich nicht wusste, was eine Kalorie war. Ich fand 500 eine große Zahl und genug. Ich kokettierte damit auch wenn ich mich recht erinnere vor einigen Schulfreunden. Dann nahm ich auf 37 kg ab und die Welt bekam eine neue Farbe: glücklichzufriedenrosa. Ich wünschte, ich könnte dort hin zurück. Aber ich weiß nicht, wie es ist. Fast 10 Jahre später. Ich weiß nur, dass ich noch weniger weiter in die andere Richtung gehen kann.

Kann und will nicht. Das alte Lied.

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Schneller, weiter, tiefer…

Januar 23, 2010 · 2 Kommentare

Seit etwas mehr als einer Woche konzentriere ich mich wieder mehr aufs Abnehmen. Es ist tatsächlich so, dass man sich dafür konzentrieren muss, manchmal. Um nicht zu essen, wenn man gar keinen Hunger hat. Um sich ständig neue Ablenkungen einfallen zu lassen. Um überhaupt bewusst mitzubekommen, was man gerade isst. Habe ein neues Gefühl entdeckt, es heißt Sättigung. Seltsam, nach all den Jahren. Ich habe mich immer so sehr bemüht, es wiederzufinden oder es mir wenigstens lebhaft einbilden zu können. Aber es kam nicht zurück. Jetzt habe ich einfach nur nicht so viel gegessen, vmtl. so etwa die Hälfte von dem, was ich vorher gegessen habe, um mein Gewicht zu halten. Es war viel, ich will den Wert nicht sagen. Jetzt ist es wesentlich weniger, aber nicht so, dass ich Hunger “leiden” müsste. Wenn ich etwas esse, dann bekomme ich nach einer Weile das Gefühl, dass es genug ist. Das ist ganz seltsam. Ich glaube, das hatte ich zuletzt als Kind. Dass man einfach aufhören möchte, so ein körperliches Bedürfnis. Faszinierend. Einfach so! Gestern saß ich im Café und aß Suppe und da war es wieder.

Ganz gut war mein Tag allerdings heute dennoch nicht. Er begann mit 43,6 kg. Das ist eigentlich gut, ich hab mich gefreut. Aber es ist auch schlecht, weil ich weiß, wie es enden kann. Ich mag nicht glauben, dass es so gut läuft und zerstöre es mir selbst… wie ein Zwang, eine Drang, das Falsche zu tun. Sich vollzufressen. Letztlich habe ich weniger gegessen als gestern, aber die letzte Sache, der ich traue, ist mein Stoffwechsel. Was Essensmengen angeht, gehe ich mittlerweile nur noch nach meinem Bauchgefühl. Oder besser Umfang. Sieht es voll aus, ist es zu viel, und wenn nicht, dann ist es in Ordnung. Ich kann damit ganz gut leben. Ich mache das schon sehr lange so, nur in schlechten Zeiten verdränge ich das geübte Gefühl. Heute ist “schlechte Zeit”. Fühlt sich zu viel an. Aber ich habe mich 2x getäuscht in der letzten Woche. 2x ist viel. Vielleicht ist morgen früh wieder alles wunderbar und ich muss mich nicht fürchten. Aber die Ungewissheit ist immer die gleiche und während ich hier sitze und schreibe, kreisen meine Gedanken eigentlich nur darum, ob ich mich jetzt noch wiegen soll oder nicht. Der Wert ist schon quasi die Erwartung für morgen. Ich kenne mich. Ich weiß, wieviel vom Abendgewicht am Morgen noch übrig sein wird. Aber will ich es wissen?

Ich glaube… nein. Nicht heute. Vielleicht wiege ich mich 1 Tag nicht und esse dafür nichts mehr morgen. Ich werde ohnehin genug zu tun haben, Essen hält nur auf. Muss noch 10 Seiten rechnen. 2 Taylorentwicklungen. Das muss man können. Ich bin so müde. Ich habe immer ein bisschen Angst, dass ich nicht mehr denken kann, wenn ich sehr viel mehr abnehme. Kopfrechnen ist schon so eine Sache. Wir dürfen keinen Taschenrechner verwenden in höherer Mathematik, das ist total verpöhnt. Aber in Kalorienzählen bin ich ja gut, sage ich mir immer ;-)

Der Abend geht in die Verlängerung.

Schlaft gut.

PS. Bitte fragt jetzt nicht alle, was ich mache, ich antworte darauf öffentlich nicht.

PPS. Ich danke allen, die mein Blog lesen, für ihre Aufmerksamkeit. Ich freue mich wirklich über jeden einzelnen Kommentar und ich bin immer wieder überrascht, wie viele Leute mir schreiben. Ich habe in letzter Zeit einige ältere Mails gefunden, die ich für Kommentarmitteilungen von WordPress gehalten und archiviert hatte. Bitte wundert euch nicht, wenn ich nicht antworte, kann sein, dass es übersehen wurde oder ich kaum Zeit hatte. Einfach noch mal abschicken ggf. Ich antworte i.d.R. auf alle Mails, die ich bekomme.

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Ein Tag aus meinem Leben

Januar 23, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Der Tag beginnt 6:30. Es ist kalt in meiner Wohnung oder ich finde es kalt. In meinem Bad ist es nicht nur kalt, sondern eiskalt, um genau zu sein. Da liegen und nachdenken, bevor man wirklich wach werden muss. Immer eine halbe Stunde. Die halbe Stunde vor dem Einschlafen und die vor dem Richtigaufwachen finde ich am schönsten, vielleicht weil man da mit sich und seinen Gedanken ganz allein ist. Es ist wie ein Kontinuum, dass niemand durchbrechen kann. Man hat diese halbe Stunde nur für sich. Dann kommt eigentlich in direktem Anschluss der Gang auf die Waage. Die kurze Zeit bis dahin verbringe ich meistens mit irgendwelchen Versuchen, warm zu werden. An die Heizung lehnen und warten, bis das Bad warm ist, wenn ich faul bin, oder hyperaktiv herumspringen, wenn ich aus unerklärlichen Gründen wach bin. Hoffen, dass die Diurese gut war, nackt ausziehen und noch mal tief einatmen, bevor man die Wahrheit erfahren wird. Die Zahl auf der Waage. Dann fahre ich irgendwann los. Mit dem Fahrrad zur Uni. Ich habe es aufgegeben, passende Kleidung anzuziehen, dafür habe ich einfach kein Talent. Auf dem Fahrrad friert man nicht so, finde ich. An der Bushaltestelle ist es viel kälter als nach ein paar Kilometern. Deswegen fahre ich lieber mit dem Rad. Ich mag es auch, am Morgen noch ein bisschen allein zu sein. Man fährt durch die Gegend und es ist niemand da, der etwas von einem will. Quasi die Verlängerung der schönen halben Stunde, aber ganz so gut denken kann man nicht auf dem Fahrrad, finde ich.

Dann sitze ich in der Uni herum. Ich kann mich immer nicht richtig entscheiden, ob ich nun aufrecht sitzen will, um mehr Kalorien zu verbrennen oder nicht. Meistens lasse ich es sein, weil ich zu müde bin, mir noch übertriebene Mühe zu geben. Nehme sowieso ab. Bin vielleicht auch zu alt für diesen ganzen hyperaktiven Quatsch. Nur noch restriktiv und der Zeit die Chance geben, ihren Beitrag zu leisten. Wir haben einige Leerlaufzeiten, die wir mit Essen oder Lernen verbringen sollen. Ich gehe dann meistens in die Hauptbibliothek und sitze dort, bis es weiter geht. Nach der letzten Veranstaltung genauso, meistens bis 18 oder 19 Uhr. Dort ist es ruhig, kein Essen, keine Anrufe, keine E-Mails – nur da sitzen und sich auf den Stoff konzentrieren. Zwischendurch kann man zur Entspannung Erstis beobachten. Zur Zeit lernen irgendwie alle um mich herum Histologie. Stell ich mir ziemlich langweilig vor. Finde Kristalle interessanter als Zellen. Aber macht Spaß, zuzugucken. Und na ja, heimlich zu vergleichen, was die Anderen essen. Manche schmatzen fette Brote, andere trinken einen Automatenkakao nach dem anderen. Ich auch, ich mag den Kakao. Dafür gibt es ja kein Abendbrot. Ach ja, ich habe noch gar nicht erwähnt, wann es das Essen bei mir gab. Die erste Mahlzeit gibt es gegen 11 oder zur ersten Veranstaltung. Ich frühstücke nie zu Hause und esse da auch nicht gern, aus Angst vor FAs. Dann gibt es nichts bis Mittag, und Mittag ist meistens so gegen 14 Uhr. Ich esse fast nur Suppen oder Joghurt. Dazwischen Unmengen Tee oder Coke zero. Irgendwie traue ich dem Essen nicht… es muss verdünnt werden. Jedenfalls wird zu jeder Mahlzeit ne Menge Flüssiges hinterhergekippt. Ohne Getränke esse ich gar nichts.

Der Tag geht dann langsam zur Neige und ich nach Hause. Je später, desto besser. Nach 19 Uhr esse ich nichts mehr, meistens aber schon nach 17 Uhr. Aber wenn ich später heim komme, ist das Bedürfnis, den Kühlschrank aufzumachen, extrem gering. Meistens lese ich dann einfach weiter und gehe irgendwann schlafen.

Ja, das war er, mein unspektakulärer Tag. Abends gehe ich mich noch wiegen und überschlage das Gewicht des kommenden Tages. Meistens habe ich Recht

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Ich wusste, das Kalorienzählen keine gute Idee war…

Januar 15, 2010 · 8 Kommentare

… und habe trotzdem wieder angefangen.

Die letzten Wochen waren geprägt vom USD, dem “Universitären Stress-Syndrom”. Diese Erscheinung sorgt für eine umfangreiche Vernachlässigung formals für bedeutsam gehaltener Lebensaktivitäten. Wie etwa Nichtessen. Ich hatte Hunger, ich aß. Mittendrin, vor der Uni, danach, whenever. Ich wusste, dass es nicht gut tat, aber ich wollte nicht darüber nachdenken. Habe Leistungsfähigkeit schon immer über alles gestellt. Bzw. alles Geistige schon immer über das meiste Körperliche. In erster Linie, das Essen. Jetzt ist die Haut wieder dünner. Nicht, dass nicht noch vier Prüfungen anstünden, aber ich hatte Zeit, kurz nachzudenken, was ich da eigentlich tue.

Was bedeutet es, zu essen ohne zu denken?

Zuzunehmen.
Unkontrolliert zuzunehmen (na ja, als ob es darauf ankäme,… shit equal shit).
Sich betäuben.
Aber auch Essen verursacht eine Art Kater, den man jeden Morgen, wenn man die eigenen Oberschenkel und den Bauch sieht, aufs Neue übergehen muss.
Das ist so ermüdend.

Ich fühle mich nicht gut so. Ich habe nicht zugenommen und nicht abgenommen, wenn man davon absieht, dass ich bei 43 kg war und diese aufgegeben hatte, in der Annahme, 1 kg mehr sei im Großen und Ganzen schnell wieder ausgeglichen, verschoben auf nach der krassen Lernphase. Aber diese Phase wird sich über Jahre erstrecken und es ist lächerlich, zu versuchen, etwas zu übergehen, dass man jeden Tag ertragen muss. Jetzt 44. Unschöne Zahl. Passt nicht zu mir. 40 würde besser gehen. Auch mit der Angst, sich nicht beherrschen zu können. Aber vielleicht bin ich dazu mittlerweile auch schon viel zu normal. Gewöhnlich. – Ungewohnt gewöhnlich. Der Moment, in dem in tragischen Filmen der Satz “Was ist nur aus mir geworden?” ausgesprochen wird. – Ich weiß es nicht. Wusste ich es mal? Vielleicht war es mir auch immer nur gleichgültig.

Nicht zu wissen, wer man ist und wie man sein soll ist etwas, das mich vielleicht mein Leben lang begleiten wird. Aber sich fett zu fühlen, dass soll etwas sein, das mich nicht überall hin verfolgt. Ich weiß, dass es einen Mittelweg gibt. Ich muss es nur schaffen, die Waage zu halten. Oder einfach nur anfangen. Ehrlich zu sich selbst sein. Seit 3 Tagen zähle ich wieder und es tut nicht gut, zu wissen, was man gegessen hat. In Gedanken heute und gestern zu vergleichen. Aber es ist besser, als sich selbst anzuschweigen.

Allein, ich glaube, es kommt nie ein Wendepunkt. Ich glaube nicht daran, dass es irgendwann Klick macht und ich zu einer zufriedenen mageren Idealfigur werde. Keine Frau auf der Straße hält meinem Blick stand, kein Bild und kein Model und zuletzt ich. Es gibt kein Ideal, keine Perfektion. Es gibt nur Härte und Herzenskälte, mit der man sich selbst und Andere zu Unrecht bestraft. Ich will nur eins versuchen – mich wieder etwas besser zu fühlen. Nur ein bisschen. Ein bisschen abnehmen.

All die geheimen Zahlen...

Alle meine Zahlen.
Niemand außer mir hat dieses Buch je aufgeschlagen.
Gut, vielleicht doch… bevor ich es gekauft habe ;-)
Die Marke heißt übrigens “semikolon” und macht jede
Menge schöne schlichte Papierdinge (auch wenn sie
gerade so in zu sein scheinen wie Moleskine es vor ein
paar Jahren war…)

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Down Down Down

Januar 12, 2010 · 5 Kommentare

Meine Musik des Tages stammt von den Presets und spiegelt auch mein Gefühl wieder, zumindest im Titel.

The Presets – Down Down Down.

Gut wäre vielleicht auch folgendes Lied von Hildegard Knef – “Von nun an ging’s bergab”:

Es sind so die Momente, in denen man sich fragt. Nicht nur, dass man sich fragt, ob es ein Lebensmittel wert ist, gegessen zu werden. Sondern im zweiten Nachsatz hinterher, warum man überhaupt darüber nachgedacht hat, denn man hat wirklich keinen Hunger. Gestern war einer dieser Tage, an denen ich alles hätte essen können. Einfach so. Andere Dinge im Kopf. Heute bin ich wieder “nüchtern” (auch wenn ich nicht alkoholisiert war, nur metaphorisch). Ich weiß nicht, warum, aber heute ist manches ein bisschen klarer. Es gibt so einen Schwebezustand, in den man gerät, wenn man offenbar viel zu tun hat. Nicht mehr viel nachdenken kann. Früher kam ich dann irgendwann in den Unterzucker. Weil ich mir das nicht mehr leisten kann, habe ich mir bestimmte Lebensmittel für solche Fälle angewöhnt. Aber auch etwas zugenommen. Fühle mich so oder so sehr unwohl in meiner Haut. I want… down. That’s all. Nun ja, wie sollte es auch anders sein. Das Leben verläuft periodisch. Fehler und Freude kehren in regelmäßigen Abständen wieder. Und jedesmal wünscht man sich aufs Neue, als wäre es jemans neu!!!, wach zu werden und mit einer Entscheidung alles zu verändern. Aber das liegt nicht in der eigenen Macht.

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Me on Myspace

Januar 10, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Ja, tatsächlich. Ich wollte den leblosen Account einmal aufwärmen und habe ihn mit ein bisschen Wort und Bild gefüllt & anschließend rechts den Links untergeordnet… Wer Lust hat, dem etwas hinzuzufügen – immer wieder gerne! Ich weiß nicht genau, wozu Myspace eigentlich gut ist, ist es ein Liebhaberfinde- oder ein Freunde-add-Ding (was immer auch bei Myspace ein “Freund” sein mag), oder ein Fan-Vereinigungs-Ding… whatever. Was nichts nützt, schadet vielleicht auch nichts. Freu mich trotzdem über Besuch und grüße euch alle in dem Sinne!

Me

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Begegnungen in der Öffentlichkeit

Januar 9, 2010 · 5 Kommentare

Die dünnen Frauen, im Vorbeigehen

Ich glaube, Menschen mit einer Essstörung haben etwas wie eine Aura. Nicht im esoterischen Sinne, eher im psycholgischen. Körpersprache. Etwas, dass sie von den übrigen Menschen unterscheidet, sie anders macht. Wie man am Tisch sitzt und sich über das Essen beugt, das man sorgfältig ausgesucht hat. Wie man das Messer hält und die Beine bewegt beim Laufen. Wie man die Arme hält oder zurücklächelt, wenn man angesprochen wird. Ich habe oft das Gefühl, dass sei so typisch. Selbst wenn jemand kein starkes Untergewicht hat ist es immer noch spürbar – ich glaube, es dauert oft lange, solche angelernten Bewegungen loszuwerden, wenn es überhaupt geht.

Dazu bilde ich mir ein, in einer Gegend zu wohnen, in der es zu auffallend vielen auffällig “erscheinenden” Mädchen auch noch jede Menge offensichtlich (auch für “Normalmenschen” erkennbar) Essgestörte gibt. Ich bin vor einiger Zeit in eine Universitätsstadt in Bayern umgezogen und ein Freund von mir meinte dazu “Na ja, das sind ja alles so Professorentöchter, kein Wunder, dass die alle am Rad drehen, wenn ihre Alten keine Zeit für sie haben.” Ich gebe zu, ich habe über dieses Klischee gelacht, um den Kontext nicht zu zerstören. Vielleicht ist ja auch ein bisschen was dran, das haben Allgemeinplätze ja leider gar nicht so selten an sich. Aber auch wenn hier angeblich sogar die Penner habilitiert haben, wie ich mir sagen ließ, sind vmtl. bei weitem nicht alle Magersüchtigen Kinder wohlhabender Bildungsbürger und ihr Problem nur Ausdruck der emotionalen Vernachlässigung durch die bösen intellektuellen Eltern. Oder?

Trotzdem fiel es mir auf. Wohnte schon öfter anderswo. Meine, hier muss irgendwo ein Nest sein, wie man so schön sagt… Gestern saß ich in einem Restaurant. Es gab Tomatensuppe. Und dünnes Mädchen zum Nachtisch (mal wieder). Um ehrlich zu sein, waren es sogar zwei. Die erste saß mir schräg gegenüber und zerstörte mit leicht nach außen gewandten Ellbogen leicht staksig ihren Salat. Ihr Freund war eher dick. Sie trug ein T-Shirt über einem Longsleeve, eines von denen, mit denen man bei doppelter Lage sehr magere Arme besser verbergen kann und trotzdem noch etwas friert. Sie lachte viel und sah dabei nicht glücklich aus. Die andere lief fünf mal zum Klo und zurück an mir vorbei, so dass ich ihr beim Hinweg von hinten gut unauffällig auf die Beine starren konnte. Sehr magere Beine in einer Jeans, mindestens Weite 24 oder sollte ich sagen maximal? Diese Dinger sind mittlerweile besser zu kriegen. Ich trage aber lieber Weite 25, weil ich Jeans mag, die locker sitzen. Das geht mir in solchen Momenten so durch den Kopf, die Hosengröße einer dünnen Fremden. Eigentlich ist ja W25 ganz schön fett. Das ist sicher doch weniger, was sie trägt. Verdammt. Ich hab 25, hm, nichts zu machen… Na ja. Ich habe auch eine 24. Hm, nein, die fällt weit aus. Ich sollte auch mal wieder abnehmen. Im Ernst, ich sehe schrecklich aus. Und dann gucke ich mir meine eigenen Beine an, wie die so aussehen auf dem Stuhl, auf dem ich sitze. Ein dunkler Holzstuhl. Und ich trage auch eine Bluejeans, meine frühere Lieblingsjeans, Benetton, Größe 34. Zum Glück gab es keine Weite-Angabe, die mich deprimieren konnte. Ich hatte sie lange nicht an, zu viel Fettgefühl. Heute mit Gürtel, der wirkte beruhigend genug. Und jetzt sitze ich im Restaurant und gleich zwei Anorektikerinnen kreuzen meinen Weg. Blick zurück auf die Oberschenkel. Zu viel.

Dann kommt sie zurück von der Toilette. Mit diesem Gang, wenn schon die Knie einknicken, weil einfach keine Substanz da ist. Wenn man schon keine Strumpfhose mehr tragen kann ohne befürchten zu müssen, dass jemand etwas sagen oder einen einfach spüren lassen könnte, dass man krank aussieht. Auch so starren ja schon alle. Ich nur, wenn sie mir den Rücken zudreht, will nicht respektlos sein. Aber ein bisschen Gucken sollte schon erlaubt sein, schöne Beine. So geht es Männern bestimmt manchmal auch. Nur dass die Definition eine andere ist… Schauspiel der Unsicherheit. Ich trinke meinen Grüntee, ausgewählt aus dem einzigen relevanten Grund. 0 Kilokalorien.

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Essenspläne für das neue Jahr

Januar 2, 2010 · 3 Kommentare

Ich mache keine Pläne mehr. Glaube ich. Keine genauen Pläne. Ich komme einfach nicht mehr dazu, irgendwas zu notieren. Bleibt alles im Kopf und auch eher grob. Manchmal will ich lieber keine Gedanken daran verschwenden. Dann kommt wieder so ein Tag, an dessen vorangegangenem Abend man noch gewagt hat, etwas Voluminöses – und sei es auch noch so kalorienarm – in sich hineinzustopfen… Strafe kommt sofort. Man wird vom Fünfmonatspseudobauch begrüßt. Und selbst wenn man 2 Liter aus Panik hinterhergekipptes Wasser wieder ausscheidet, die Kugel wird nicht zum Waschbrett :-( Das sind dann auch die Tage, an denen nicht gewogen wird. Ich habe Angst, mir selbst den Wind aus den Segeln zu nennen. Vielleicht ein kleiner Fortschritt. Ich meine, es ist doch unheimlich traurig, wenn der ganze Tag ruiniert ist wegen 200 Gramm! Und er wäre es – nach wie vor. Das wird wohl immer so sein. Aber wenn ich an dem Tag all die Dinge, die ich lernen muss, in meinen Kopf kriegen will, dann zwinge ich mich, die Waage keines Blickes zu würdigen. Okay, und manchmal ist es in meinem Bad einfach so eisekalt, dass ich nicht auch noch auf die Waage steigen will sondern ganz schnell in meine Klamotten reinschlüpfen und zurück in den beheizten Raum ^^

Ach ja… die nichtvorhandenen Pläne noch: natürlich existieren sie nicht auf dem Papier. Aber sie stehen detailverliebt scharf umrissen im Hinterkopf. Ein bisschen abnehmen will ich noch, aber ich habe glaube ich so langsam die eine Grenze akzeptiert. Keine Schmerzgrenze, ich könnte weiter gehen. Aber ich habe ein paar Dinge in meinem Leben dazugewonnen, für die ich, zumindest vorerst, etwas mehr Rücksicht auf meinen Lebensfeind Körper nehmen will…

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